Jephtha
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Jephtha

Seit Jahren herrscht Krieg. Jephtha ist die letzte Hoffnung seines Volkes. »Ein streitbarer Held, aber ein Hurenkind«, heißt es im Alten Testament. Er soll die Wunderwaffe sein. Das Angebot nimmt er unter der Bedingung an, dass er im Falle eines Sieges Herrscher werde. Bevor er in die Schlacht zieht, schwört er noch eilig einen Eid, um sein Schicksaal positiv zu beeinflussen: »Wenn ich als Siegesheld gekrönt heimkehre, so sei das erste, das hier vor mir erscheint, dann dir, o Herr, geweiht, und soll geopfert sein.« Dem Sieg folgt die Siegesfeier, das Volk jubelt und eilt dem Helden entgegen. Allen voran seine einzige Tochter…


*Jephtha* ist Händels grandioses Alterswerk: mit großen Chören, affektgeladenen Arien und ergreifenden Ensembles gelang ihm 1752 ein musikalischer Höhepunkt seines Schaffens. Bei der Arbeit an dem Oratorium war Händel wegen einer fortschreitenden Erblindung mehrfach gezwungen seine Komposition zu unterbrechen und verlor schließlich sein Augenlicht ganz. Dass er zeitgleich seinen Titelhelden Jephtha bereitwillig akzeptieren ließ, seine eigene Tochter zu opfern, und das als eine notwendige Fügung des Schicksals mit dem Credo »What ever is, is right!« quittierte, wird gemeinhin als Händels affirmativer Kommentar zur Unausweichlichkeit des Schicksals interpretiert.


Doch Jephthas Frau und der Geliebte seiner Tochter stellen sich im Stück dieser fatalistischen Deutung der Menschheitsgeschicke entgegen. Sie sind nicht bereit, die Argumentation der Alternativlosigkeit nachzuvollziehen und legen die Frage nahe, ob wirklich alles, was ist, auch rechtens sei. Oder ob die Welt in ihren natürlichen Erscheinungsweisen wie in ihren sozialen Sachzwängen nicht vielmehr grundlegend in Frage gestellt werden müsse.


Tatjana Gürbaca gehört zu den aufregendsten Regisseurinnen ihrer Generation und inszenierte international u.a. an den Opernhäusern von Leipzig, Wien, Zürich, Amsterdam, Oslo und Berlin. Für Wagners *Parsifal* an der Vlaamse Opera Antwerpen wurde sie 2013 von der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zur »Regisseurin des Jahres« gekürt. Anlässlich der Händel-Festspiele 2017 wird sie zum ersten Mal an der Oper Halle arbeiten.


Es spielt das Händelfestspielorchester der Staatskapelle Halle auf historischen Instrumenten.


 

Adresse:
Universitätsring 24, 06108 Halle
Nächster Termin:
01.06.2018, 19.00 Uhr
 
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