Eisen- und Stahlplastik. Aspekte einer Entwicklung

Eisen- und Stahlplastik. Aspekte einer Entwicklung

Der Kunstverein “Talstrasse“ e. V. hat sich in den dreißig Jahren seines Bestehens immer wieder auch besonderen Bereichen der Bildenden Kunst zugewendet. Neben thematischen und Personalausstellungen zur Malerei und Grafik wie auch Bildhauerei waren es Projekte,´die sich unterschiedlichsten künstlerischen Werkstoffen wie Textil, Ton oder auch Glas widmeten. Nunmehr startet am 10. April 2022 die Kunsthalle “Talstrasse“ mit einem neuen Ausstellungsprojekt, welches sich mit den Materialien Eisen und Stahl auseinandersetzt. Beide sind für die zeitgenössische Bildhauerei bedeutende Werkstoffe und stehen neben den traditionsreichen Materialien Bronze, Gips, Holz, Ton und Stein, auch wenn sie relativ spät in den Blick der künstlerischen Beschäftigung gerückt sind. Erst als in den 1930er Jahren Julio Gonzales, Pablo Picasso oder auch Naum Gabo in dem Material erstmals Potentiale für eine künstlerischen Auseinandersetzung sahen und auch aus Schrott Skulpturen entstehen ließen, entstand bei Künstler*innen zunehmend ein Interesse an diesen Werkstoffen, welches bis heute ungebrochen ist. Die vielfältigen Möglichkeiten, die Eisen und Stahl bieten, wurden

in den letzten 100 Jahren von unzähligen Künstler*innen ausgelotet. Die Palette reicht von monumentaler Großplastik bis hin zu feingliedrigen kinetischen Objekten.


Die Ausstellung in der Kunsthalle “Talstrasse“ schlägt einen Bogen von international bekannten Metall-Künstler*innen, darunter Norbert Kricke, Brigitte und Martin Matschinsky-

Denninghoff, George Rickey, Robert Jacobsen, Jean Tinguely und Anthony Caro – Kunstschaffende die nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Klassischen Moderne neue

Ansatzpunkte für ihr Schaffen suchten und mit ihrer Arbeit prägend wirkten, hin zu Werken von Metallgestalter*innen nachfolgender Generationen. Auf diese Weise wird ein eindrücklicher Kosmos anschaulich, der geprägt von der Experimentierfreude und Neugier auf das Material Eisen und Stahl ist.


Mit der Einbindung einer Kabinettausstellung „Karl Müller und Dorothea Prühl“ wird nicht nur der lokale Bezug hergestellt, sondern werden durchaus auch Aspekte einer Entwicklung

sichtbar.


Bereits 1922 entstand an der BURG (heute Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle) eine schuleigene Metallwerkstatt, für die der damalige Direktor Paul Thiersch den Berliner Me-

tallbildhauer Karl Müller berief. Müller, der aus einer klassischen Ausbildung kommend an der BURG durch seine Freude am Ausprobieren und Entdecken in der Auseinandersetzung mit dem Metall keine Grenzen zwischen Kunsthandwerk und freier Kunst kannte, war für

seine Schüler prägend. Über die Nazidiktatur hinweg führte er bis 1958 die Metallwerkstatt und begeisterte Studenten wie u. a Dorothea Prühl (* 1937) und Irmtraud Ohme (1937–

2002). Letztere war es, die ab 1981 bis zu ihrem Tod die Lehre der Metallkunst an der BURG prägte. Ihr Werk, wie jenes ihrer Schüler, muss im Kontext mit internationalen Tendenzen

und Entwicklungen gesehen werden, die natürlich auch zu Zeiten der DDR Einfluss auf die im Osten Deutschlands tätigen Künstler hatten.


Die Ausstellung, die im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Frühling in Halle (Saale): Spektrum Bildhauerei“ unter Beteiligung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), der

Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle und der Kunsthalle “Talstrasse“ Halle (Saale) und der Zentralen Kustodie der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg stattfindet, wird auch den 6.000 qm großen Felsengarten hinter der Kunsthalle einbeziehen, dort werden Absolvent*innen der Klasse für Metallgestaltung der Burg mit Arbeiten vertreten sein.

Adresse:
Talstraße 23, 06120 Halle
Nächster Termin:
21.05.2022, 13.00 Uhr
 
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