Geschichten, die fehlen – Aus dem Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen
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Geschichten, die fehlen – Aus dem Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen

Die neue Sonderausstellung „Geschichten, die fehlen – Aus dem Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen“ lädt ab Ende November zu einem Besuch in das Stadtmuseum Halle ein. Das Museum erzählt in dieser Ausstellung, die man bis 10. Mai 2020 besuchen kann, anhand alltäglicher Objekte kleine und große Stadtgeschichte(n). Darüber hinaus vermitteln Lebensgeschichten von Hallenserinnen und Hallensern die Vergangenheit. Doch sind die meisten Geschichten in der Stadtgesellschaft gar nicht bekannt. So auch die von Menschen mit Beeinträchtigungen. Wie lebten und leben sie in Halle? Das Stadtmuseum stellt ab 29. November in der Sonderausstellung erstmals solche „Geschichten, die fehlen“ vor. In zwei Ausstellungsteilen – einem historischen und einem gegenwartsbezogenen - stehen beeinträchtigte Menschen im Mittelpunkt. Mit dem Erzählen ihrer persönlichen Geschichten wird ihnen so Sichtbarkeit verliehen.


In einem Mit-Mach-Bereich sind Besucherinnen und Besuchern eingeladen, anhand von Fragen Berührungsängste zwischen nicht-beeinträchtigten und beeinträchtigten Menschen zu thematisieren und Denkanstöße für den Umgang miteinander zu geben.

Im historischen Ausstellungsteil wurden in 15 Kapiteln ausgewählte Geschichten zusammengetragen, die beispielhaft vom Leben beeinträchtigter Menschen und dem gesellschaftlichen Umgang mit ihnen in der Stadtgeschichte erzählen. Der zeitliche Schwerpunkt liegt hier auf dem 19. und 20 Jahrhundert. Vielen Hallenserinnen und Hallensern dürfte nicht bekannt sein, dass die Siebziger-Jahre-Box für Musikkassetten von blinden Menschen in Halle montiert wurde, dass im Jahre 1927 über 50 Fälle von Kinderlähmung in der Saalestadt vorkamen oder dass die erste hiesige Blindenanstalt im Jahre 1849 an Geldmangel scheiterte.

Auch wurde in Halle 1914 eine der ersten Einrichtungen für die berufliche Ausbildung gehörloser Mädchen in Preußen und in Deutschland eröffnet. In der Sammlung des Stadtmuseums zeugen rund 200 Glasplatten (Dias und Negative) und Zelluloid-Negative vom Leben und Arbeiten in dieser in der Burgstraße befindlichen Einrichtung. Hier erhielten gehörlose Mädchen eine Berufsausbildung in Hauswirtschaft und als Damenschneiderin, um wirtschaftliche Selbständigkeit zu erlangen. Die Fotografien geben einen einzigartigen Einblick in den Alltag der Mädchen zwischen Schulunterricht, Hauswirtschaftsunterricht in Küche und Garten, Schneiderausbildung, Haushaltspflichten, Sport, stiller Beschäftigung wie Lesen und Ausflügen.

Der gegenwartsbezogene Ausstellungsteil zeigt Geschichten, die Menschen mit Beeinträchtigungen seit März 2019 selbst eingebracht haben. Regelmäßig hatte das Stadtmuseum zu Stammtischen und Sprechstunden zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch in sein Haus eingeladen. 35 Geschichten wurden zusammengetragen, die anhand von persönlichen Dingen aus dem Leben der Menschen erzählen. Die Dinge sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst und berichten vom Alltag, vom Familien- oder Berufsleben, von Hobbys oder besonderen Ereignissen. So gibt es beispielsweise Geschichten zu einem Rollstuhl, der mit seiner Besitzerin um die halbe Welt gereist ist, zu einem Pokal, den die Moderatorin eines inklusiven Sendeformates erhalten hat, zu einem Buch, das das Leben eines gehörlosen Mannes völlig verändert hat oder zu einem Orden, der zwar für’s Scheitern steht, aber von der Leidenschaft eines blinden Mannes für den Wassersport erzählt.

Die Ausstellungstexte sind in leichter Sprache geschrieben. Eine Hörführung entlang einer taktilen Leitlinie richtet sich speziell an blinde und sehbeeinträchtigte Menschen. Für gehörlose Besucherinnen und Besucher wird eine Gebärdensprachenführung auf einem Multimediagerät angeboten. Darüber hinaus dürfen alle frei zugänglichen Ausstellungsstücke selbstverständlich angefasst werden.

Die Ausstellung bietet für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen (Gruppen)Führungen und Familiennachmittage an. Gerne werden auch individuelle Pakete zusammengestellt. Nähere Informationen und Buchung über Herrn Sievers, Museumspädagogik Stadtmuseum Halle, (stadtmuseum@halle.de bzw. Tel: 0345 221-3349 oder -3030 Zentrale).

 

Adresse:
Große Märkerstraße 10, 06108 Halle
Nächster Termin:
07.12.2019, 10.00 Uhr
 
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Tel.: 0345 1229984

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