L'Africaine - Teil I: Fotouona Djami Yélé
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L'Africaine - Teil I: Fotouona Djami Yélé

Die Grand opéra, die französische Große Oper, zählt mit ihren auf Überwältigung abzielenden opulenten musikalischen und szenischen Mitteln zum Spektakulärsten, was die Operngeschichte hervorgebracht hat und kann als ein Vorläufer des Blockbuster-Kinos gesehen werden. Ihr Material sind zugespitzte historische Konflikte, die sie im Wechsel von großen Chor-Tableaus und dramatischen, die sängerische Leistung ins Extrem treibenden Szenen und epischen Bögen erzählt. Giacomo Meyerbeer ist ihr unumwunden wichtigster Vertreter – ein Komponisten-Superstar seiner Zeit.


Mit der Neuinszenierung der *Africaine* von Giacomo Meyerbeer widmet sich die Oper Halle erstmals im Rahmen des Kooperationsprojektes [I like Africa and Africa likes me – I like Europe and Europe likes me](/ilikeafrica)

mit der Oper Lübeck und dem Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes seinem letzten, erst kurz nach dem Tod des Komponisten uraufgeführten Meisterwerk.


Ein europäischer Entdecker der Renaissance, Vasco da Gama, scheitert an der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung. Längst tot geglaubt kehrt er mit zwei, als Zeichen seiner kulturellen Überlegenheit gekauften, afrikanischen Sklaven nach Lissabon zurück. Sie sollen ihm für zukünftige Eroberungen als kundige Führer dienen. Unterdessen ist seine Geliebte Inès längst einem Konkurrenten versprochen. Außerdem wird Vasco jede politische Unterstützung für eine weitere Expedition entzogen. Er lehnt sich auf und landet wegen Gotteslästerung im Gefängnis der Inquisition. Im Kerker entpuppt sich die Sklavin als afrikanische Königin namens Sélika, die heimlich ihren Besitzer liebt und ihm einen sicheren Seeweg nach Ostafrika preisgeben will. Inès Heirat mit dem Konkurrenten Don Pedro rettet Vasco aus dem Gefängnis, doch muss er mit ansehen, dass Don Pedro die nächste Expedition zum Kap leiten wird. Vasco folgt der Flotte mit einem eigenem Schiff. Am Kap kommt es zu einer blutigen Revolte der indigenen Bevölkerung, um ihre Königin Sélika und ihren Begleiter Nélusko zu befreien. Vasco droht als Eindringling der Tod und nur die Behauptung Sélikas, er sei ihr Gatte, rettet ihn. Plötzlich taucht Inès wieder auf und Sélika erkennt, dass Vasco sie niemals wird lieben können. Sie ermöglicht die Flucht beider und tötet sich selbst, den giftigen Duft des Manchinelbaums einatmend.


Das europäisch-afrikanische Inszenierungsteam um Thomas Goerge, Lionel Somé und Daniel Angermayr wird ab September 2018 in der neuen Raumbühne BABYLON die „europäische“ *Africaine* in vier eigenständigen Versionen einem szenisch-musikalischen Übermalungsprozess unterziehen. Ausgehend von einer ersten Inszenierung der *Africaine* im September 2018, die die historischen Aufführungen des 19. Jahrhunderts zitiert, entstehen zu jedem neuen Raumbühnenblock im Januar und März 2019 neue Versionen und Fortschreibungen an dessen Ende, im Juni 2019, eine „afrikanisierte“ *Africaine* stehen wird.

Adresse:
Universitätsring 24, 06108 Halle
Nächster Termin:
16.01.2019, 19.30 Uhr
 
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