Ornament und Skulptur. Neue Arbeiten von Dorothea Prühl

Ornament und Skulptur. Neue Arbeiten von Dorothea Prühl

Mit der Wiederöffnung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) startet auch die Kabinettausstellung Ornament und Skulptur. Neue Arbeiten von Dorothea Prühl im Erdgeschoss des Talamtes. Die Eröffnung der Ausstellung war für den 27. März terminiert, konnte jedoch aufgrund der geltenden Verordnungen über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt nicht stattfinden.


Dorothea Prühl gehört der Generation jener Goldschmiede an, die zu Beginn der 1960er Jahre in einigen europäischen Ländern begannen, Mittel und Maßstäbe klassischer Goldschmiedekunst in Frage zu stellen. Frei in der Wahl der Themen und Materialien entsteht dieser Schmuck allein aus dem subjektiven künstlerischen Wollen seiner Autoren. Dorothea Prühl ist eine der frühesten Protagonistinnen dieser Bewegung.


Die Arbeiten von Dorothea Prühl sind bestimmt von einem an der Klassischen Moderne geschulten Formverständnis. Sie setzen damit einen unverwechselbaren Akzent in der vielgestaltigen Szene zeitgenössischer Schmuckkunst. Ihr Schmuck ist immer Ornament und Skulptur zugleich. Die Arbeiten zeichnen sich aus durch einprägsame bildnerische Ideen und den formbildenden Umgang mit unterschiedlichen Werkstoffen.


Im Dezember 2019 wurde Dorothea Prühl mit dem Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Für das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ist das willkommener Anlass, 16 Jahre nach der ersten Personalausstellung der Künstlerin neue Arbeiten aus den Jahren 2005 bis 2020 zu zeigen.





Dorothea Prühl wird 1937 in Breslau (heute Wrocław) geboren. Nach Flucht und Vertreibung erlebt sie die späte Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf in der Niederlausitz. Mit 19 Jahren beginnt sie ein Kunststudium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Wichtige Lehrer sind Karl Müller, der sie in die Metallklasse aufnimmt, und Lothar Zitzmann im Grundlagenstudium. 1962 schließt sie das Studium mit dem Diplom ab.


Ihr beruflicher Weg beginnt mit der Arbeit als Entwerferin in einem volkseigenen Betrieb. 1966 folgt sie dem Angebot für einen Lehrauftrag an der Burg Giebichenstein und geht zurück nach Halle (Saale). Zusammen mit Renate Heintze arbeitet sie für ein neues Ausbildungskonzept, das – entgegen verordneter Orientierung am Design und ohne den Ballast werkkünstlerischer Wertvorstellungen – auf das Unikat gerichtet ist. Die Schmuckklasse konsolidiert sich erst 1974 als selbständige Studienrichtung.


Dorothea Prühl leitet die Klasse als berufene Professorin von 1994 bis zu ihrer Emeritierung 2002. Namhafte Museen und Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Norwegen, den Niederlanden und den USA besitzen ihre Arbeiten. 1999 wird sie mit dem Preis der Galerie Marzee, 2009 mit dem Bayerischen Staatspreis für Gestaltung und 2019 mit dem Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Dorothea Prühl lebt und arbeitet in Halle (Saale) und Augustenberg im Mecklenburgischen.

Adresse:
Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle
Nächster Termin:
11.07.2020, 10.00 Uhr
 
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